MFI – Gedanken zur Architektur

Die nachfolgend aufgeführten unterschiedlichen Bausteine des Münchener Forum für Islam sind mit Experten inhaltlich entwickelt und konzeptionell aufbereitet worden.

Konkrete bauliche Konzepte werden verständlicherweise erst nach der Standortklärung möglich sein. Dennoch existiert ein architektonisches Grobkonzept, welches das inhaltliche Anliegen unabhängig von spezifischen Standortbedingungen widerspiegelt.

Das Zentrum soll kein hermetisch abgeschiedener Bezirk sein, sondern ein Zwischen-Raum, der allen Menschen offen steht. Sein architektonischer Baukörper sowie der urbane Entwurf werden maßgeblich dazu beitragen.

Angedacht ist, einen ästhetisch attraktiv gestalteten, offenen Hauptzugang zur Stadt zu schaffen. Einen vielfältig nutzbaren Platz der Begegnung mit einer klaren städtebaulichen Geste. Als ein architektonisch integrierter Bestandteil der Umgebung lädt das Zentrum Passanten mit Treppen, Vordächern, Loggien, Passagen und Gärten zum Durchqueren und Innehalten ein. Große Glasflächen und ein Gartenhof setzen die einladende Geste fort. Bibliothek, Café, Restaurant und Foyer sind weitere Elemente, die den kommunikativen Wegefluss begleiten.

Davon ausgehend entwickelt sich eine offen fließende Raumfolge, die über eine transparente Vorhalle sukzessive ins Innere führt. Hier angelangt ist man gleichermaßen draußen wie drinnen. Innenhöfe und gezielte Ausblicke in die Nachbarschaft sorgen für kommunikative Offenheit bei gleichzeitig vorhandener Geborgenheit.

Das räumliche Gefüge verzichtet auf die Eindeutigkeit historischer Konzepte. Das Zentrum spiegelt seine Region wider und steht im Einklang mit seiner Umgebung. Die Architektur muss dem Willen der Menschen folgen. Ein Begegnungszentrum kann kein abweisender, mit fremden Bauelementen geschmückter und dadurch der Begegnung nicht dienlicher Gebäudeblock sein. Die verschiedenen Nutzungen sind so konfiguriert, dass sie eine offene Struktur bilden. Eine Vielfalt von Bezügen wird offenbar.

Ein lebendiges, farbenfrohes, die Gesellschaft wiedergebendes Zentrum entsteht und bereichert die Weltstadt mit Herz um einen weiteren sehenswerten Baustein im Stadtgefüge.

Grundstück

Um diese Vision verwirklichen zu können ist ein großes innerstädtisches Grundstück erforderlich. Dabei ist darauf zu achten, dass das Baurecht eine lockere Bebauung zulässt.

Ähnlich dem gut gelungenen Jüdischen Zentrum am Jakobsplatz, sollen die verschiedenen Nutzungen auf unterschiedliche Baukörper verteilt werden, nämlich auf die Islamische Akademie, das Gemeindehaus und ein Museum mit Gebetsraum.

Zwanglose Kommunikation und Begegnung sind die Ziele des Zentrums. Die Anordnung und die Architektur der Baukörper gewährleisten den räumlichen Rahmen.

Zentrale Anlaufstelle und soziale Begegnungsstätte mit Angeboten für alle Interessierten. Verwaltung und Räume für individuelle Aufenthaltsmöglichkeiten sowie ein Gastronomiebetrieb sind hier untergebracht und dienen der Begegnung, Beratung und der zwanglosen Einladung.

Das Raumprogramm umfasst eine öffentliche Bibliothek, ein Studentenwohnheim, Büroräume für die Verwaltung und den Lehrkörper, einen großen Hörsaal,

Für die Zukunft, und als eine mögliche Alternative, wünschen sich Muslime in München ein repräsentatives, modernes, unabhängiges Begegnungszentrum, in welchem sich sowohl Muslime als auch Nicht-Muslime offen begegnen und gemeinsam an verschiedenen Themen der Gesellschaft arbeiten.

MFI soll so eine interkulturelle Begegnungsstätte werden, ein Ort wo sich unterschiedliche Generationen von Muslimen und nicht Muslimen treffen und einander kennen lernen. Alt und jung, Frauen und Männer, muslimisch oder nichtmuslimisch, traditionell oder liberal, deutsch, türkisch, bosnisch, arabisch, albanisch oder persisch – jeder und jede findet die entsprechenden Angebote und trägt somit zur positiven Gestaltung des Zusammenlebens in München bei.