• Das Projekt MFI
  • Fünf Bausteinen
  • Geschichtliche Entwicklung
  • Antrag auf Unterstützung

Wir über uns

  • Das Projekt MFI

Seit Jahrzehnten leben wir Muslime nunmehr in München, in Bayern, in Deutschland. Überwiegend ist es uns bislang nur möglich, unseren Glauben in Hinterhofmoscheen zu leben; zum großen Teil betreuen Imame unsere Gemeinden, die die deutsche Sprache kaum beherrschen und wenig Vertrautheit mit der hiesigen Gesellschaft mitbringen, da sie in anderen Ländern ausgebildet wurden. Wiewohl der Islam in Teilen Europas seit Jahrhunderten beheimatet und verwur­zelt ist, ist wenig bekannt über seine Beiträge zur europäischen Kunst und Kultur.

So sind Muslime, insbesondere die heranwachsende Generation junger Musliminnen und Muslime in München, die sich mit Deutschland, seiner Sprache und seinen Wertvorstellungen identifizierten, heute sehnsüchtig auf der Suche nach einer sichtbaren Adresse, die ihnen ihre muslimische Identität in unserem Land und in unserer Zeit bestätigt.
Das Projekt MFI (Münchener Forum für Islam) versteht sich zum einen als Antwort auf diese Bedürfnisse.

Die drittgrößte Glaubensgemeinschaft der Stadt hat einen Anspruch auf einen Mittelpunkt, der sie, losgelöst von Einflussnahmen einstiger Herkunftsländer mit ihrer gegenwärtigen und zukünftigen Heimat verbindet. Die Weltstadt München verdient eine entsprechend repräsentative und effektive Einrichtung, die dem negativen Image der Muslime und ihrer Ausgrenzung gegensteuert und die weitere Entwicklung auf für alle Seiten gedeihliche Bahnen lenkt.

Es möchte zugleich den Herausforderungen begegnen, vor denen alle Münchnerinnen und Münchner stehen, bei der Bewältigung einer konstruktiven Integration von Musliminnen und Muslimen als nicht mehr fremder, sondern natürlicher und wertvoller Bestandteil der Stadtgesellschaft.
Ein solches Vorhaben kann nur in der gemeinsamen Zusammenarbeit der Initiatoren mit den zuständigen städtischen und staatlichen Behörden, mit den Parteien, mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, mit den Bürgern und mit den Medien gelingen.

Es muss und wird das gemeinsame Bekenntnis aller zu den Grundwerten unserer Gesellschaft, zu Freiheit und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit, Pluralismus, Gleichberechtigung und Toleranz, zum deutschen Grundgesetz und zur bayerischen Verfassung voraussetzen.

Auch die Architektur des Ensembles soll Vertrautheit mit dem Stadtgefüge signalisieren, offen und transparent auf Miteinander ausgerichtet sein und zugleich modern und innovativ das Stadtbild bereichern.

MFI wird in den folgenden Bereichen wirken: Islamische religiöse Aufklärung im europäischen Kontext, innerislamischer und interreligiöser Dialog, soziale Integration, Bildung und Erziehung, Menschenrechte und Frauenrechte, Bewahrung der Schöpfung, Kunst und Kultur, Öffentlichkeitsarbeit.

  • Fünf Bausteine

Für eine entsprechend erfolgreiche Umsetzung wird MFI als ein Gefüge aus fünf Bausteinen geplant:

    • Islam-Akademie:
      Anfänglich ist hier an Fortbildungsangebote für Imame und Multi­plikatoren in verschiedenen Bereichen gedacht. Als Plattform für den wissenschaftlichen Diskurs kann und soll hier an der Entwicklung einer Islamischen Theologie in Europa gearbeitet werden. Längerfristig ist das Ziel, in entsprechender Kooperation mit den dafür in Frage kommenden Institutionen und Behörden eine universitäre Ausbildung für Imame in Islamischer Theologie an der LMU zu realisieren.
    • Moschee:
      Eine Gebetsstätte, die sich in ihrer über-ethnischen Ausrichtung, bei Deutsch als zentraler Sprache, von bestehenden Moscheen abhebt. Auch für die immer zahlreicher werdenden Gäste Münchens aus islamischen Ländern kann der Ort so zu einer attraktiven Schnittstelle der Kulturen werden.
    • Museum:
      Ein Museum unter Verantwortung der Landeshauptstadt München, das den Beitrag des Orients und des Islam in Kunst, Wissenschaft, Philo­sophie etc. im allgemeinen, und näherhin für Europa, mit einem speziellen Focus auf München, darstellt.
    • Gemeindezentrum:
      Eine Einrichtung für soziale Integration, interreligiösen und inter­kulturellen Dialog, und ein Begegnungszentrum für alle Münchnerinnen und Münchner, einschl. Geschäften, Café, Forum für Veranstaltungen, etc.
    • Bibliothek:
      Eine öffentliche, mehrsprachige Bibliothek mit Büchern und Medien über Islam und andere Religionen, Philosophie, Kultur, Geschichte besonders von Europa, Deutschland, Bayern und München.
  • Geschichtliche Entwicklung

Um nun ein entsprechend anspruchsvolles und Deutschland weit beispielloses Projekt zu entwickeln und auf den Weg zu bringen, sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits über mehrere Jahre intensive Vorarbeiten erfolgt, die wir nur in aller Kürze skizzieren:

Jahr 2006

Im Jahr 2006 wurde die Idee grundsätzlich aus Impulsen entwickelt, die sich von zwei verschiedenen Seiten her ergaben: aus Gesprächen mit dem damaligen Landtagspräsidenten Alois Glück, sowohl im Bayerischen Landtag wie auch bei seinem anschließenden Besuch im Islamischen Forum in Penzberg zum einen, und aus Anregungen verschiedener Muslime, die in diversen Einrichtungen in München aktiv sind zum anderen. Ein erstes Vorbereitungstreffen fand im Dezember 2006 statt.

Jahr 2007

Im März 2007 kamen mehr als 40 Multiplikatoren aus München zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen, in der Ideen zusammen getragen und ein Arbeitsausschuss mit der Entwicklung eines schriftlichen Konzepts beauftragt wurde. Bis Juli 2007 wurde die Endfassung des Konzepts fertiggestellt, von Münchner Muslimen befürwortet und sowohl an das Bayerische Innenministerium wie auch an die Landes­hauptstadt München mit der Anfrage nach Unterstützung versandt.
Die Landeshauptstadt München signalisierte Interesse und führte, vertreten durch Bürgermeister Monatzeder, erste ermutigende Gespräche. Leider stellte die gegenteilige Reaktion des Innenministeriums ab August 2007 den weiteren Bemühungen erhebliche Hindernisse in den Weg; die Arbeit wurde gebremst, jedoch keineswegs gestoppt.

Jahr 2008

Im Jahr 2008 stellte das Team von ZIE-M das Projekt auf einer Reihe von Veranstaltungen öffentlich vor, u.a. im Rahmen der Nymphenburger Gespräche im Münchner Rathaus, bei der Evangelischen Akademie Tutzing, bei Pax Christi Augsburg, beim Dialogforum Unterschleißheim, beim Wissenschaftsrat in Köln.
Nach intensiven Vorbereitungen zusammen mit der Stelle für inter­kulturelle Arbeit der Landeshauptstadt München konnte im Januar 2009 unter Leitung von Bürgermeister Monatzeder eine Fact-Finding-Reise nach Sarajewo stattfinden. Daran nahmen Vertreter aller Fraktionen des Landtags und des Stadtrates teil, sowie Repräsentanten unterschiedlicher muslimischer Richtungen. Ziel der als ausgesprochen erfolgreich bewerteten Reise war es, im europäischen Umfeld Erfahrungen im Bereich islamischer theologischer Ausbildung und interreligiösen Zusammenlebens zu gewinnen.

Jahr 2009

Am 17.2.2009 konnte daraufhin auf Einladung von 3. Bürgermeister Herrn Hep Monatzeder das Konzept ZIE-M im Münchner Rathaus vorgestellt werden.
Das Projekt wurde nacheinander mit den Stadtratsfraktionen der CSU (Juni), FDP (Okt.), SPD (Nov.) und Grüne (Dez.) besprochen.
Gespräche wurden mit beiden Kirchen, mit Vertretern des Erzbistums München und Freising und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche geführt.
Ebenso wurden die diplomatischen Vertretungen der Türkei, der V.A.E. und Bosniens persönlich informiert.
Es wurden ein Exposee des ZIE-M-Konzepts, eine Broschüre „ZIE-M’s 10 Essentials“, sowie der Internetauftritt www.zie-m.de veröffentlicht.
Am 7.12.2009 wurde der Verein „Zentrum für Islam in Europa – München“ gegründet. Die Gründungsmitglieder kommen aus unterschiedlichen muslimischen Verbänden und darüber hinaus, haben, wie die sieben Mitglieder des Vorstand, unterschiedliche ethnische und religiöse Wurzeln und repräsentieren ein breites Spektrum derjenigen, die an der Realisierung des Projekts arbeiten wollen.

Jahr 2010

Die Registrierung als e.V. erfolgte am 21.1.2010 unter der VR-Nr. 202 757.
Seit 24.02.2010 ist ZIE-M e.V. ein gemeinnütziger Verein.

  • Antrag auf Unterstützung

Am 27.01.2010 hat der Verein ZIE-M e.V. einen offiziellen Antrag auf Unterstützung an die Stadt München sowie an das Bay. Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst eingereicht.

Dabei hoffen wir insbesondere

  • auf Kooperation bei der Vermittlung des Projekts gegenüber der Öffentlichkeit,
  • auf entschlossene Zeichen gegenüber potentiellen finanziellen Förderern
  • auf die Prüfung von Optionen für ein geeignetes Grundstück
  • auf die Beteiligung der Stadt München bzw. des Bayerischen Wissenschaftsministeriums bei der Vernetzung der relevanten Institutionen
  • konkrete Planungen zur Einrichtung einer akademischen Ausbildungsstätte für Imame und islamische Theologinnen und Theologen, vergleichbar den bestehenden theologischen Fakultäten an den Universitäten
  • auf die Zusage, dass der Freistaat Bayern bzw. die Stadt München das Projekt ZIE-M will und zu seiner Realisierung beitragen wird, weil es in seinem eigenen Interesse liegt.

Wir haben alle Anstrengungen unternommen, um rechtzeitig im Vorfeld alle Entscheidungsträger und im Rahmen unserer Möglichkeiten auch die Öffentlichkeit zu informieren. Das Konzept wurde mit zahlreichen Interessensvertretern durchgesprochen und liegt nun auf dem Tisch.

ZIE-M will, um die zentrale Intention, die uns alle angeht, noch einmal auf den Punkt zu bringen, seinen Beitrag einbringen für ein friedliches Miteinander der Religionen, der Menschen in unserer Stadt, für die gleichberechtigte Teilhabe Aller am sozialen, religiösen und kulturellen Leben. ZIE-M will daran mitwirken, dass da, wo Integration noch nicht gelungen ist, dies korrigiert wird, will daran mitwirken, eine weitere Ausbreitung aggressiver, extremistischer und traditionalistischer Richtungen zu verhindern.

In diesem Sinne muss ZIE-M, auch in seiner Außenwirkung, als Beitrag zu einem gerade nicht überfremdeten, sondern zu einem noch intakteren, ebenso bodenständigen wie bunten München verstanden werden. Effektiver als das bisher anderswo der Fall ist, soll Gettoisierung oder Parallelgesellschaften entgegengewirkt werden und ein Exempel, durchaus mit Strahlkraft über die Frauentürme hinaus, für eine gelingende moderne, europäische und bayerische Stadtgesellschaft versucht werden.

Dazu bauen wir nicht nur auf die Unterstützung, sondern auf die Einbindung und Mitwirkung aller Sektoren der Gesellschaft, weil schließlich alle davon profitieren werden.

Jahr 2014

Aus ZIE-M wird das Münchner Forum für Islam – MFI

Ab 2014 ersetzt der neue Name „MÜNCHNER FORUM FÜR ISLAM (MFI)“ die bisherige Bezeichnung „Zentrum für Islam in Europa – München (ZIEM)“.
Wie zuvor ZIE-M versteht sich das MFI als Angebot an die Stadt München, die „Weltstadt mit Herz“, als Ort der Begegnung und des Miteinanders für die ganze Stadtgesellschaft, von dem Muslime wie Nicht-Muslime gleichermaßen profitieren werden.