Europa, Deutschland und die bayerische Landeshauptstadt München vereinen eine spezifisch eigene Identität mit kultureller und religiöser Vielfalt. München versteht sich selbst als eine Stadtgesellschaft, deren Leitbild den Werten einer europäischen Stadt entspricht: kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Integration. Mehr als 180 Nationen haben in dieser Weltstadt ein attraktives Zuhause.

Gerade München hat eine überraschende Vielfalt historischer Bezüge zu islamischer Geschichte und Kultur aufzuweisen, die gleichwohl wenig im Bewusstsein der Bevölkerung präsent sind: die orientalisch inspirierten Turmkuppeln der Frauenkirche, Bischof Otto von Freising, die Moriskentänzer, die Türkenkriege und ihre (auch positiven!) Nachwirkungen, Ludwig II., und vieles andere mehr. Eine dauerhafte muslimische Gemeinde reicht in München länger zurück, als in den meisten deutschen Großstädten, nämlich bis zu den unmittelbaren Nachkriegs- und frühen Fünfziger Jahren. Eine erste repräsentative Moschee wurde am Stadtrand gebaut, als sich die Stadt auf Olympia vorbereitete und vom „Millionendorf“ zur „Weltstadt mit Herz“ weiterentwickelte.

Heute machen die rund 100.000 Musliminnen und Muslime mit über 7 % der Münchner Bevölkerung die zweitgrößte Religionsgemeinschaft der Stadt aus (Christen: 39 % kath., 14 % ev., 4 % orth.). Von den geschätzten ca. vierzig Moscheeräumen befinden sich die meisten unauffällig in größeren Gebäuden, Hinterhöfen oder ehemaligen Fabrikräumen.

Die Sorgen der Bevölkerung sind nicht loszulösen von dem nach wie vor verbreiteten, negativen Image der Muslime: Zum einen wird „Islam“ von Vielen als problematisch für europäisches Werteverständnis und die deutsche Gesellschaftsordnung wahrgenommen. Und zum anderen gelten Muslime noch immer weitestgehend als „fremd“ und, trotz in Bayern geborener Generationen, kaum als beheimatet.

MFI möchte hier gegensteuern und einen so dringend notwendigen, effektiven Beitrag leisten, um die weitere Entwicklung auf für alle Seiten verträglichere Bahnen zu lenken.

In diesem Sinne muss MFI, auch in seiner Außenwirkung, als Beitrag zu einem gerade nicht überfremdeten, sondern zu einem noch intakteren, ebenso bodenständigen wie bunten München verstanden werden. Effektiver, als das bisher und anderswo der Fall ist, soll Gettoisierung oder Parallelgesellschaften entgegengewirkt werden und ein Exempel, durchaus mit Strahlkraft über die Frauentürme hinaus, für eine gelingende moderne, europäische und bayerische Stadtgesellschaft versucht werden.