MFI Blog

27. Mai 2019 | München

Altstadt-Iftar München 2019

27. Mai 2019 | München

Die Iftarrede von Imam Benjamin Idriz
Vorsitzender des Münchner Forum für Islam (MFI)

Liebe Münchnerinnen und Münchner – gleich welcher Religion,

Dass mitten in München Menschen auf der Straße Tische aufstellen und zusammen feiern, wäre eigentlich nichts allzu Ungewöhnliches. München ist bekanntlich eine lebensfrohe Stadt! Im Sommer, also zugegeben bei etwas wärmeren Temperaturen als jetzt gerade, sind die Straßen der Innenstadt am Abend belebt, und in vielen Stadtteilen gibt es Straßenfeste. Das hier, was wir heute hier erleben, passt also richtig gut zum Charakter dieser, unserer Stadt. Ganz so, als hätte es, wie so Vieles in München, eine lange, alte Tradition.

Und doch sind wir heute hier Teil von etwas ganz Besonderem! Der Ramadan ist für uns Muslime eine ganz herausragende Zeit im Jahr. Vielleicht ein bisschen ähnlich, wie die Weihnachtszeit für Christen. In vielen muslimisch geprägten Ländern werden die Straßen besonders dekoriert. Es gibt spezielle Speisen, Süßspeisen vor allem, auf die wir uns jedes Jahr wieder freuen. In den Moscheen finden besondere Gebete statt. Und wir beschäftigen uns mit dem, was dieser Zeit, diesem Monat, seine besondere Qualität verleiht: Gott hat uns allen Seine Botschaft gesandt, den Koran – als Gottes Angebot, unser Leben von Ihm begleitet zu gestalten; unser Leben auf einem rechten Fundament zu errichten. Und zu diesem Fundament, zu diesem Leitfaden, gehört nicht nur, dass wir im Ramadan tagsüber fasten – sodass wir die besondere Qualität der Zeit wort-wörtlich am eigenen Leib spüren. Sondern dazu gehört besonders auch, dass wir bewusster leben, als es uns sonst gelingt, in den Mühen des Alltags, den Zwängen von Familie und Arbeit und dem Vielen, womit wir uns ablenken. Dass wir mehr als sonst darüber nachdenken, wie wir mit unserem Verhalten die Welt um uns herum beeinflussen.

Ja, es gehört zum Ramadan wie das Fasten, dass wir darauf achten, wie wir mit Ressourcen umgehen. Wie wir unsere Umwelt und Natur besser schützen können. Wie wir dazu beitragen können, den Klimawandel einzudämmen. So wie es auch zum Ramadan gehört, dass wir auf unsere eigene Gesundheit achten, und auf die unserer Mitmenschen. Und es gehört auch zum Ramadan, dass wir achtsamer mit den Menschen umgehen, die uns begegnen. Dass wir uns bewusst machen, wo wir womöglich jemanden belasten oder verletzen, und wie wir anderen eine Freude machen und vielleicht das Leben erleichtern können. Dass wir Solidarität mit den Benachteiligten auf der ganzen Welt empfinden; mit jenen, die das ganze Jahr fasten müssen, weil sie nicht genug zu essen haben. Es gehört somit auch zum Ramadan, dass wir uns, wie wir das sonst auch tun, aber jetzt ganz besonders verstärkt, für das Miteinander einsetzen. Für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlicher Muttersprachen und unterschiedlicher Religionen, hier bei uns in München. Es ist viel erreicht, wenn dieses Zusammenleben konfliktfrei gelingt. Doch das reicht uns noch nicht. Nein, es muss gelingen, dass alle daran Beteiligten diese Vielfalt nicht als Problem wahrnehmen, sondern als Bereicherung erleben, als einen Schatz für die Gesellschaft!

Deshalb, meine Damen und Herren, sind wir heute hier. Und freuen uns, dass Sie alle gekommen sind, um miteinander das Fasten zu brechen. Und würden wünschen, dass noch sehr viel mehr Menschen hiervon erfahren und wahrnehmen könnten, was wir hier tun und warum wir das tun. Die Berichterstattung der Medien über Muslime ist alles andere als ermutigend, das muss und mag ich gar nicht weiter ausführen. Jetzt und hier besteht die Chance, ganz „normale“ Muslime kennenzulernen; nicht solche, die ihre Religion missbrauchen und sich selbst missbrauchen lassen. Hier sitzen echte Muslime, die mit dem, was so viele Menschen bei uns beunruhigt, wenn sie die Worte „Islam“ oder „Muslime“ hören, nichts, aber wirklich absolut nichts, zu tun haben. Hier besteht die Gelegenheit zu echtem Austausch und gegenseitigem Kennenlernen. Und wie sehr wünschten wir uns, dass auch darüber die Medien berichten würden!

Danke vor allem auch den vielen Frauen und Männern, die geholfen haben und helfen, um dies hier möglich zu machen. Danke Imam Belmin Mehic vom Münchner Forum für Islam und seinem großartigen Team! Danke Ismail Malak und vor allem den Frauen von „Mama’s Küche“ für all die Köstlichkeiten, die uns erwarten. Danke den Musliminnen und Muslimen für ihr Fasten und ihr Beten. Möge Allah euch belohnen.

Wir zeigen heute hier gemeinsam, dass wir hierher passen und hierher gehören. Dass wir ein Teil dieser schönen, lebensfrohen Stadt sein wollen und geworden sind. Wir zeigen, dass mit uns selbstverständlich auch unsere Religion, der Islam, ein Teil dieser Stadt und dieses Landes ist. Und wir zeigen, dass das gut so ist.

Mit Ihnen und euch allen sei der Friede Gottes, Seine Barmherzigkeit und Sein Segen!

Allgemein

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Deutschland 2030: Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Wünsche, Träume und Sorgen zum Miteinander von Einheimischen und Geflüchteten.

Muslime in Deutschland und Professor Fuat Sezgin

Die Muslime weltweit, vor allem die Türkei und Muslime in Deutschland, haben heute einen hervorragenden Islamwissenschaftler, Historiker und Forscher verloren: den türkischen Orientalist Prof. Dr. Fuat Sezgin.

Veranstaltungen

Comic-Workshop mit Soufaina „Tuffix“

Soufeina „Tuffix“ ist eine deutsch-tunesische autodidaktische Künstlerin und Illustratorin. Sie benutzt Comics, um interkulturellen Dialog zu fördern und Empathie zu schaffen.

i,Slam-Poetry-Workshop mit Waseem Achim Seger

Der i,Slam-Poetry-Workshop vermittelt – abgesehen von Grundwissen über Poetry Slam – verschiedene Schreibtechniken und lyrische Stilmittel, die dabei helfen, Texte zu erstellen und sie performativ vorzustellen.

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Abendprogramm: Finissage!

Mit i,Slam, Impulsvortrag von Kübra Gümüşay, Musik: Volkan – „Kind dieser Erde“ und Podiumsdiskussion: „Diskriminierung in der muslimischen Community – Wie tolerant sind wir untereinander?“

Kritisch Denken

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Integration

Islam in Europa – Eine Annäherung

Die Frage nach Muslimen in Europa lässt sich auf tief in der Geschichte versunkene Epochen einerseits und auf ein Phänomen rezenter Migrationserscheinungen andererseits reduzieren, solange wir erfolgreich weite Teile des Kontinents aus unserer Wahrnehmung ausklammern, weil sie ohnehin nicht als EU-relevant gelten können.

Meine Heimat

In der Vergangenheit hat die islamische Rechtstradition die Welt in zwei Bereiche eingeteilt: Länder, in denen überwiegend Muslime lebten und über die politische Macht verfügten, als dâru-l Islâm („Haus des Islam“), im Gegensatz zu nicht-muslimischen Ländern als dâru-l harb („Haus des Krieges“).

Die Fünf Gebote

Die grundsätzlichsten Regeln des Islams bestehen aus fünf Grundpfeilern: Bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist; fünf mal am Tag beten; die vorgeschriebene Armensteuer; Fasten im Ramadan-Monat; einmal im Leben die Wallfahrt nach Mekka.

Interreligiöser Dialog

MFI und Dialog

Vor dem Hintergrund von Globalisierung, weltweiter Migration und damit globaler Pluralisierung und des sich zunehmend religiös verstehenden Terrorismus hat der interreligiöse Dialog an Bedeutung gewonnen und wird in jüngster Zeit vermehrt von allen Seiten gefordert und gefördert.

Früchte des Dialogs

Eine dialogische Einstellung bildet die Grundlage für einen geschwisterlichen Geist und ein Zusammenleben in der gesellschaftlichen Pluralität. Dialog führt zu Partizipation.

Das Abendland ist auch muslimisch

Alle heute in Europa lebendigen Religionen waren auf diesem Kontinent ursprünglich einmal fremd. Nicht anders als der Islam stammen das Judentum und das Christentum aus dem Osten, und neben diesen hat auch der Islam europäische Identität mit geprägt.

München

Zu den aktuellen Meldungen aus Nigeria u.a.

Wenn Verbrecher behaupten, im Namen einer Religion zu handeln und mit ihrem Treiben den Willen Gottes auszuführen, dann handelt es sich offenkundig um wahnsinnige oder irregeleitete Existenzen, auf welche Religion auch immer sie sich dabei berufen.

Akademie

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Islam und die Frau

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Theologie

Deklaration der Imame in München

Dem Frieden gilt der gemeinsame Ruf aller Religionen. Barmherzigkeit ist mit weitem Abstand diejenige Aussage, die uns der Koran am häufigsten über Gott vor Augen hält.

Mann und Frau

Ein wesentliches Kriterium für die Verbesserung der Sozialisation der Frau und für ihre gleichberechtigte Aufnahme auch in die hiesige Gesellschaft ist ihre Einbindung in unterschiedlichste Bereiche des öffentlichen Lebens.

Deklaration Europäischer Muslime

Deklaration Europäischer Muslime: Eine Stellungnahme der europäischen Muslime zu den Anschlägen in New York im September 2001, dem Massaker in Madrid im März 2004 und den Bombenanschlägen in London im Juli 2005.

Spenden

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Pressemitteilungen

Zum Terroranschlag auf eine Synagoge in Pittsburgh, USA

Der Vorstand und die Mitglieder des „Münchner Forums für Islam“ möchten Ihre Trauer und auch Ihre Sorge über den Angriff auf die Synagoge in Pittsburgh/USA mit Ihnen teilen. Ihr Schmerz ist unser Schmerz.

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