MFI Blog

29. Okt 2009 | Akademie

Islamische Akademie

29. Okt 2009 | Akademie

Eine Plattform für intellektuellen und wissenschaftlichen Austausch

Die Forderung nach einer Imamausbildung in Deutschland gehört zwar seit Jahren zu den zahlreichen bundesweiten Debatten, aber bislang wurde eine solch essentielle Aufgabe nicht wirklich aufgegriffen.

Dass das MFI dabei einen Stein ins Rollen gebracht hat – zumindest was das Land Bayern betrifft – ist kein Geheimnis.

In dem Maß, in dem die Rolle der Moscheen in der hiesigen Gesellschaft vielschichtiger geworden ist, ist auch das Aufgabenfeld der Imame gewachsen. Tatsache ist, dass in Deutschland zur Zeit weder staatliche noch von islamischen Organisationen getragene, anerkannte Ausbildungsstätten für Imame bestehen.
Es besteht ein enormes Bildungs- und Informationsdefizit in Bezug auf Islam. Die Gesellschaft und die Muslime selbst sind meist mit einem Zerrbild über den Islam konfrontiert.

Das Bild des Islams hier in Deutschland wird nach wie vor als vorwiegend “ausländisch” oder “fremd” geprägt wahrgenommen. Noch immer wird der Islam als ein Phänomen im Umfeld von Immigration verortet. Hartnäckige Vorurteile (“Fundamentalismus, heiliger Krieg, Terrorismus, Ehrenmorde”) stehen einer harmonischen und gedeihlichen Koexistenz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen auf gemeinsamer Basis im Wege.

Gefragt ist hier fachkundiges Personal, Menschen mit spezifischer Ausbildung, die diese Fragen kompetent angehen und eine entsprechendes Bewusstwerdung sowohl innerhalb der muslimischen Gemeinschaft in Gang setzen als auch nach außen klärende Signale setzen.

Das bedeutet, dass die derzeitigen Träger und Vermittler religiösen Verständnisses, die Imame, die in den islamischen Gemeinden hohe Anerkennung genießen, vorrangig in den Diskurs mit einzubinden sind. In dem Maß, in dem die Rolle der Moscheen in der Diasporagesellschaft vielschichtiger geworden ist, ist auch das Aufgabenfeld der Imame gewachsen. Moscheen sind von einfachen Gebetshäusern zum funktionalen Mittelpunkt migrantenspezifischer Aufgaben gerückt. Imame wären der treibende Motor der Integration, doch lassen sie allzu oft die Grundanforderungen wie deutsche Sprachkenntnisse und fachliche Ausbildung vermissen.

Tatsache ist, dass zur Zeit in Deutschland weder staatliche noch von islamischen Organisationen getragene Ausbildungsstätten für Imame bestehen.

Der Bedarf von ca. 2500 Moscheegemeinden in Deutschland (in Bayern etwa 350) wird meist durch den Rückgriff auf Imame aus den Herkunftsländern gedeckt. Hier ist DITIB, die türkisch staatliche Dachorganisation, Vorreiter. Man schätzt die Zahl der hauptamtlichen Imame aus der Türkei auf 1500, der Rest der Gemeinden wird von ehrenamtlichen „Imamen“ begleitet, die von den Gemeinden selbst ernannt werden, häufig ohne entsprechende Qualifikation.

Imame aus dem Ausland verfügen kaum über ausreichende Sprach- und Kulturkompetenz und sind deshalb der Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft ebenso wenig förderlich, wie sie den Anforderungen der Gemeinden und ihrer Mitglieder vor allem in der zweiten und dritten Generation nicht gerecht werden.

MFI möchte auch hier ansetzen und eine Ausbildungsstätte für Imame und andere Mulitlpikatoren wie Religionspädagoginnen und Religionspädagogen, Seelsorgerinnen und Seelsorger und den funktionalen Gemeindevorstehern anbieten.

Eine Imamausbildung im Inland würde nicht nur eine wünschenswerte Dynamik in die Entwicklung einer Theologie des Islams in Europa bringen, sondern auch gleichzeitig auf das religiöse Leben der Muslime reagieren, insbesondere der heranwachsenden Generation, ihre Religion in den europäischen Kontext einbinden, und dem Bedürfnis der Mehrheitsgesellschaft nach Aufklärung und Integration durch kundige Muslime entgegenkommen.

Im Nachbarland Österreich werden seit 1998 an der deutschsprachigen IRPA (Islamische Religionspädagogische Akademie) in Wien muslimische Religionspädagoginnen und Religionspädagogen ausgebildet. Das Beispiel zeigt, dass eine relativ eigenständige Entwicklung von Inhalten und Formen in der Ausbildung gegenüber klassischer Bildung in der islamischen Welt möglich ist.

Die Islamische Fakultät in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, betreibt seit drei Jahrzehnten Bildungsarbeit für Muslime auf europäischem Boden.

Kürzlich eingerichtete Lehrstühle wie in Münster, Erlangen und Osnabrück für die Ausbildung von islamischen Religionslehrern, könnten Grundlagen für eine Imamausbildung vor Ort sein.

Allgemein

Veranstaltungen

Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober 2019

Die einzige Moschee der Welt mit direktem Blick auf die Münchner Frauentürme können Sie am 3. Oktober ohne Termin besuchen. Es ist der Tag der Deutschen Einheit und damit auch der Tag der Offenen Moschee, der deutschlandweit begangen wird.

Die Deutsche Islam Konferenz (DIK)

Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) ist heute am 28. November 2018 mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin gestartet.

Cake Day 2018

Die berühmte „Charity Week“ von Islamicrelief kommt nach München! Dieses Jahr in Form eines „Cake Day‘s.“

ausARTen

Eine musikalische Lesung – Die Reise zum Simurgh

In Begleitung meditativer Musik gelingt es dem Quartett von Erkenntnis & Klang mit ihrer Musik das Unaussprechliche jener Geschichten von Farid ud-din Attar aus seinem berühmten Epos „Mantiq ut-tair“ spürbar zu machen.

Kritisch Denken

Veranstaltung: Rassismus? Wo?

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus spricht die Journalistin, Bloggerin und Netz-Aktivistin Kübra Gümüsay über die Macht von Sprache und Raum. Am Samstag, 19. März 2016 im MFI um 16:30 Uhr.

Integration

Anti-Islamismus in Deutschland

Daniel Knopp berichtet über die Situation der Muslime in der bayerischen Landeshauptstadt. So artikuliert sich auch in München Islamfeindlichkeit und Antiislamismus vor allem bei anstehenden Bauprojekten der muslimischen Gemeinden.

Interreligiöser Dialog

Frohe Weihnachten und ein friedvolles neues Jahr

Auch wenn Muslime und Christen auf jeweils eigene Weise glauben, welche Rolle Jesus dem Sohn Marias auf dem Weg zum gemeinsamen Gott zukommt – ein hell strahlendes Vorbild ist er für uns alle.

Was kuckst Du?

Das Bellevue de Monaco, die Beratungsstelle before e.V. und das Münchner Forum für Islam haben sich zusammengeschlossen, um den MitmünchnerInnen den Alltag ihrer muslimischen MitbürgerInnen vorzustellen.

München

Altstadt-Iftar: Danke!

Mitten auf der Sendlinger Straße, da wo inzwischen die Fußgängerzone ist saßen mehrere Hundert Menschen an langen, festlich gedeckten Tafeln und wurden mit hervorragender orientalischer Küche verköstigt.

Altstadt-Iftar München 2019

Die Iftarrede von Imam Benjamin Idriz, Vorsitzender des Münchner Forum für Islam (MFI) beim Altstadt-Iftar 2019.

Akademie

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Islam und die Frau

Der Koran und die Frauen

Benjamin Idriz: „Es ist mir eine große Freude euch mitzuteilen, dass mein Buch „DER KORAN UND DIE FRAUEN“ soeben erschienen und ab nächste Woche im Buchhandel erhältlich ist.“

Ein Wort an die muslimische Frau in Deutschland

Ich kann nur an die Ehepartner appellieren, die Ehe ernst zu nehmen und die Trauung zuerst juristisch, also standesamtlich vorzunehmen. Danach kann sie dann von einem Imam gewissermaßen „abgesegnet“ werden.

Ein Prophet der für Frauenrechte kämpfte

Die Offenbarung des Korans hat die Männer gelehrt, die Mutter, Ehefrauen, Töchter, Schwestern und alle Frauen zu achten und zu respektieren. Den Eltern, damit auch der Mutter, räumt der Koran den höchsten Grad an Achtung nach Gott selbst ein.

Theologie

Halbtagsseminar mit Dr. Ahmad Milad Karimi

Prof. Milad Karimi (Univ. Münster) ist einer der besten Kenner der islamischen Philosophie. Im Rahmen eines Halbtagsseminars führt er intensiv in das Denken Al-Ghazalis ein.

Alt-OB Christian Ude besucht das MFI

Am 03.12.2015 hat Hr. Ude das MFI besucht und informierte sich über das Baukonzept, das Architekt Alen Jasarevic erläuterte, und sagte seine engagierte Unterstützung für die Verwirklichung des Projekts zu.

Wochenendseminar mit Dr. Abdurrahman Reidegeld

Seit geraumer Zeit bewegen sich die Diskussionen um islamische Theologie lediglich um die Anforderungen, die seitens der Mehrheitsgesellschaft an sie gestellt werden.

Spenden

Pressemitteilungen

Terror in Halle

Wenn am höchsten jüdischen Feiertag ein Terrorist versucht, in eine Synagoge in Deutschland einzudringen, dann muss uns das alle noch viel mehr zusammenschweißen.

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