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MFI und Dialog

4. Sep 2009 | Interreligiöser Dialog

By Franzec (Own work) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Einen weiteren Baustein von MFI wird das „Zentrum für Dialog“ bilden.

Vor dem Hintergrund von Globalisierung, weltweiter Migration und damit globaler Pluralisierung und des sich zunehmend religiös verstehenden Terrorismus hat der interreligiöse Dialog an Bedeutung gewonnen und wird in jüngster Zeit vermehrt von allen Seiten gefordert und gefördert. Islam – der Name einer Weltreligion: Kaum jemand weiß, was das Wort „Islam“ eigentlich bedeutet. Dabei beruht gerade auf dieser Unkenntnis der wirklichen Bedeutung des Wortes Islam, ein großer Teil der Vorurteile und Missverständnisse die Muslimen entgegengebracht werden. Das Wort Islam, ins Deutsche übersetzt, bedeutet: „Friedenmachen“. Der Islam versteht sich als die Religion und Lebensweise des Friedenmachens. Der Islam will in allen die für den Menschen von Bedeutung sind, Frieden machen. Der Mensch soll Frieden machen mit Gott und mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit allem was Gott schuf.

Der Islam lehrt die Einheit der gesamten Menschheit und betrachtet die Menschen als Geschöpfe des Einen Schöpfers. Die Muslime sehen sich nicht als eine separate Gesellschaft unter den Menschen mit besonderen Vorrechten, sondern sind zu Gerechtigkeit und Güte gegenüber Allen Menschen verpflichtet. Die Diversität der Menschen ist von Gott gewollt. Hierzu sagt der Koran im Vers 49:13 folgendes: „Oh ihr Menschen, Wir haben euch von einem männlichen und weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Verbänden und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennen lernt…“ Der Koran spricht von allen Propheten und vor allem von Moses und Jesus mit großem Respekt. Jesus und Moses werden von den Muslimen als großartige Propheten verehrt. Der Koran verpflichtet die Muslime, mit den Andersgläubigen den Dialog auf beste Art und Weise zu führen, im Sinne einer Kultur des Diskurses und des gegenseitigen Lernens.

Einen großen Anstoß für die heutigen Dialoggespräche gab ohne Frage das II. Vatikanische Konzil, das zu einem intensiven Dialog zwischen den Religionen aufgerufen hat. Dieser Dialog sei zu ergänzen durch einen „Dialog des Lebens‘, in dem die Gläubigen einander im Alltag die eigenen menschlichen und religiösen Werte bezeugen und einander helfen, diese zu leben und so eine gerechtere und brüderlichere Gesellschaft zu schaffen“ (Redemptoris missio, 57). Papst Johannes Paul II. arbeitete unermüdlich für den interreligiösen Dialog. Er argumentierte überzeugend, dass Spannungen zwischen Islam und Christentum nur durch Dialog abgebaut werden können. Echter Dialog, gegenseitiger Respekt und Toleranz unter den verschiedenen Religionen, seien wesentliche Voraussetzungen, um einen rechtmäßigen Platz als Ebenbürtiger unter anderen Kulturen einzunehmen.

Eine Grundlage für einen zivilisierten Umgang miteinander stellen unsere Religionen dar. Es sind die Gemeinsamkeiten, die bei den drei Weltreligionen – Judentum, Christentum und Islam – überwiegen. Gerade bei den vielen sehr erfolgreichen Dialoginitiativen und Veranstaltungen in unserem Land, in denen oft kontroverser und engagierter diskutiert und argumentiert wird, als die Allgemeinheit annimmt, gilt es, das Trennende in den Religionen nicht zu tabuisieren, gleichzeitig aber auch gemeinsame Werte und Ursprünge zu würdigen.

Die Lehren der Offenbarungsreligionen gehen vom Geist der Barmherzigkeit und der Liebe aus. So stehen wir als gläubige Menschen in gemeinsamer Verantwortung vor Gott und den Menschen für eine bessere Welt. Wo im Zeitalter der Globalisierung Menschen aus einer diffusen Angst vor „dem Fremden“, aber auch aus begründeter Angst vor religiös motivierter Gewalt, ihre eigene Identität gefährdet sehen, kann der Dialog zum Abbau von Ängsten und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts führen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Anderen aus der eigenen Sicht kann es zu einer Reflexion und Vertiefung des Eigenen vor dem Hintergrund des Fremden kommen. In diesem Fall würden fremde Religionen als Wirkungsbereich Gottes gesehen werden, der zur Vertiefung des Glaubens oder sogar erst zur eigenen Identitätsfindung im Glauben führen kann.

Für dringend notwendig erachten wir in diesem Zusammenhang auch verstärkte Bemühungen, unter Muslimen selbst für mehr Offenheit und Dialogbereitschaft zu werben. Von den in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslimen sollte mit vollem Recht die Aneignung eines gewissen Grundwissens über die anderen hier beheimateten Religionen und Konfessionen erwartet werden. Im Sinne der Allgemeinbildung gehören dazu wesentliche Grundinhalte nicht nur der anderen Glaubensrichtungen, sondern auch ihrer Geschichte und Tradition und nicht zuletzt der europäischen Kunstgeschichte. Auch dazu möchte MFI substantielle Beiträge leisten.

Eine Grundhaltung, die dem Gegenüber Achtung, Aufrichtigkeit und ein hohes Maß an Offenheit signalisiert, kann Vertrauen schaffen. Die Bestrebungen von MFI sind Dialogbegegnungen auf gleicher Ebene zu verwirklichen: Geistliche und Geistliche, Theologen und Theologen, Laien und Laien. Darüber hinaus soll ein Dialog auf akademischer Ebene und ein Dialog von Gemeindegruppen, sowohl Amts- und Funktionsträger, als auch aktive Gemeindemitglieder, sowie ein Dialog auf Vereinsebene geführt werden.

Hierzu sind folgende Aktionen geplant:

  • Trialogveranstaltungen und Vorträge anzubieten wie: jährlich groß angelegte Konferenzen und Symposien, gemeinsame Bibel und Korankreise, Dialoggespräche in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, periodisch „Wochen der Religionen“ durchzuführen
  • Fortbildungen für muslimische Funktionäre, in Wochenendseminaren kompetente Moscheeführungen zu organisieren
  • In Zusammenarbeit mit den Kirchen und anderen Religionsgemeinschaften Einführungsveranstaltungen für Muslime über Grundwissen anderer Religionen anzubieten
  • Organisation von Kirchenführungen und Synagogenführungen für Muslime
  • Studienreisen – Austausch vor Ort, praktische Erfahrungen im Hinblick auf das Zusammenleben von Kulturen in anderen Teilen der Welt
  • Der Vernetzung von Kirchen und Moscheen eine Plattform zu geben
  • Ausgabe von authentischen Publikationen und Handreichungen für Multiplikatoren in unterschiedlichen Einrichtungen mit spezifischen Themen über Muslime, wie für: Kindergärten und Schulen, Krankenhäuser, Vollzugsanstalten, Behörden, Polizei usw.
  • Förderung und Unterstützung von gemeinsamen sozialen Projekten
  • Gemeinsame Feiern mit Friedensgebeten unter Beteiligung verschiedener Religionsangehöriger
  • Einrichtung einer mehrsprachigen, multireligiösen „Bibliothek im Dialog“ mit Vortragsveranstaltungen zu geistigen, kulturellen und politischen Auswirkungen von Bibel und Koran in wissenschaftlichen Vorträgen, in Autorenlesungen und Diskussionen Zeichen der kulturellen und literarischen Verständigung zwischen den Weltreligionen zu setzen
  • Breite Aufklärungskampagnen über den Islam in Zusammenarbeit mit den Medien: Einführung einer monatlichen Veröffentlichung in den großen Zeitungen über Islam und Muslime in Kooperation mit MFI zur besseren Verständigung
  • Kunstausstellungen über Weltreligionen begleitet mit Veranstaltungen zu spiritueller und kirchlicher Musik

Allgemein

Videobotschaft Arafat

Der Prophet, Friede und Segen sei mit ihm, berichtet uns davon, dass an dem Tag von Arafat, Allah Sich seinen Dienern nähert und zu Seinen Engeln sagt: ‚Was haben diese gefragt?‘, und Er sagt: ‚Seid Zeugen, meine Engel, dass ich ihnen vergeben habe.‘

Veranstaltungen

Hass und Hetze in Heiligen Schriften

In einer Zeit, in der Hass und Hetze unverhohlen zuzunehmen scheinen, nehmen auch religiöse Fundamentalisten bisweilen Bezug auf ihre jeweiligen Heiligen Schriften, um Konfrontation gegen andere zu rechtfertigen.

ausARTen

4. ausARTen Festival

Heute in einem Monat geht es wieder los und wir gehen im 70. Jahr des Grundgesetzes der Frage nach: Was ist das neue Deutschland und was bedeutet eigentlich heute „Made in Germany“?

Kritisch Denken

Integration

Besuch des US-Botschafters im MFI

Der US-amerikanische Botschafter John B. Emerson (Berlin) hat am 08.12.2015 zusammen mit Generalkonsulin Jennifer D. Gavito (München) das MFI besucht und sich über das geplante Projekt informiert.

Deklaration Europäischer Muslime

Deklaration Europäischer Muslime: Eine Stellungnahme der europäischen Muslime zu den Anschlägen in New York im September 2001, dem Massaker in Madrid im März 2004 und den Bombenanschlägen in London im Juli 2005.

Integration und Identität

Es ist tatsächlich falsch anzunehmen, dass man um „aufgeklärt“ zu sein, frei von religiösem Empfinden sein müsse, was nicht nur zu einem Mangel an interreligiösem Ver-stehen, sondern auch zur Krise der interkulturellen Kommunikation beigetragen hat.

Interreligiöser Dialog

Was kuckst Du?

Das Bellevue de Monaco, die Beratungsstelle before e.V. und das Münchner Forum für Islam haben sich zusammengeschlossen, um den MitmünchnerInnen den Alltag ihrer muslimischen MitbürgerInnen vorzustellen.

Kundgebung

WIR wehren uns dagegen, dass der Hass aus anderen Regionen der Welt hierher gebracht werden soll, und arbeiten für ein friedliches Miteinander in Europa, wo wir zuhause sind.

Friedenskette der Religionen

München hat am 02. Februar 2015 mit der sensationellen Aktion der „Lichterkette der Religionen“ wieder Geschichte geschrieben; die Muslime aber auch.

München

Steh auf gegen Hass und Gewalt

„Es gibt heutzutage weniger Menschlichkeit, als Menschen in der Welt, und diese verlorene Menschlichkeit wiederherstellen, das kann wiederum nur der Mensch“.

Akademie

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Islam und die Frau

Mann und Frau

Ein wesentliches Kriterium für die Verbesserung der Sozialisation der Frau und für ihre gleichberechtigte Aufnahme auch in die hiesige Gesellschaft ist ihre Einbindung in unterschiedlichste Bereiche des öffentlichen Lebens.

Stellung der Frau innerhalb von MFI

MFI setzt sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Frauen haben das Recht am gesellschaftlichen Diskurs teilzuhaben, das Recht zu Lernen und zu Lehren, das Recht auf finanzielle und soziale Unabhängigkeit, das Recht zu wählen und gewählt zu werden, das Recht auf Selbstbestimmung.

Theologie

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Pressemitteilungen

Mahnwache gegen antimuslimischen Terror

Die Trauer über die Opfer jenes schwarzen Tages in Neuseeland ist grenzenlos. In vielerlei Hinsicht. Das Leid der Opfer spüren wir über den ganzen Globus hinweg in unserer Seele.

Islamfeindlicher Terror in Neuseeland

Wann und wo immer unschuldige Menschen sterben, aus blindem Hass von Menschen ohne Menschlichkeit ermordet, dann ist es, wie wenn die ganze Welt vernichtet wird. So lehrt es der Koran, und er unterscheidet dabei nicht zwischen Religionen oder Ethnien.

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