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03. Jun 2019 | Islam und die Frau

Festgebet – Eid/Bayram-Namaz für Frauen

3. Jun 2019 | Islam und die Frau

Neben dem Freitagsgebet spielen für Muslime auch die Festgebete an den beiden höchsten Feiertagen – am Ramadanfest und am Opferfest – eine besonders wichtige Rolle. Die Festgebete sind zweimal im Jahr herausragende gesellschaftliche und religiöse Manifestationen.

Alle Muslime, Kinder, Jugendliche, erwachsene Männer und Frauen, sollen an diesen Bekundungen teilnehmen, weil dabei Gott lobgepriesen und für Seinen Segen gedankt wird. Es ist nicht zu verstehen, dass während des ganzen Monats Ramadan gläubige Frauen an den nächtlichen Tarawih-Gebeten in den Moscheen teilnehmen, sie aber dann, wenn sie sich am Festtag über ihr Fasten und ihre Belohnung dafür freuen sollen, nicht dazugehören! Das wäre etwa so, als würde man einem Arbeiter, der den ganzen Monat für sein Gehalt gearbeitet hat, dieses dann vorenthalten. Was für ein Paradox unter den Muslimen: Beim Festgebet gibt es keine Frauen, die den ganzen Monat in den Moscheen aktiv waren, aber manche Männer, die den ganzen Monat nicht in den Moscheen waren, sind dabei. Die Praxis des Propheten und der ersten Generation war vollkommen anders als die der heutigen Muslime – alle Männer und Frauen (selbst während der Menstruation) nahmen an den Festgebeten teil.

Die Teilnahme der Frauen – seien sie verheiratet oder nicht, alt oder jung, während ihrer Menstruation oder nicht – und der Kinder am Gebet auf einem offenen Gebetsplatz, „Musalla“, wurde durch einen von Ummu Attiyya, einer Frau, überlieferten Hadith dokumentiert: »Es wurde den nicht verheirateten Frauen und denen, die ihre Menstruation hatten, befohlen, am Festgebet teilzunehmen, damit sie auch beim Bittgebet anwesend sind. Diejenigen Frauen, die ihre Periode hatten, sollten sich an einem separaten Ort der Musalla versammeln.« Von Ibn Abbas wurde überliefert, dass der Gottes Prophet seine Frauen und Töchter immer zum Festgebet mitbrachte. So sah es in der Sunna, in der Praxis, in der Tradition des Propheten aus. Davon ist heute in vielen muslimischen Gesellschaften nur die Theorie geblieben, obwohl wir gerne behaupten, dass wir der Sunna des Propheten folgen.

Allahs Gesandter Muhammed, sallallahu alaihi wa sallam, ermutigte die Frauen, in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen, und forderte sie auch dazu auf. So verlangte er, dass Frauen an allen Gemeinschaftsgebeten teilnahmen. Das galt selbst dann, wenn die Gebete spät in der Nacht stattfanden. Frauen waren bei allen Freitags- und Festgebeten genauso selbstverständlich dabei wie Männer. In seiner Moschee fand kein Gebet statt, bei dem Frauen ausgeschlossen gewesen wären und nur Männer anwesend waren. Der Prophet vertrat weder die Position einiger Männer, die dagegen waren, dass Frauen in die Moschee gingen, noch schwieg er dazu, sondern erklärte öffentlich: »Ihr dürft eure Frauen nicht daran hindern, in die Moschee zu gehen.« Auch als der für Männer vorgesehene Bereich in der Moschee immer voller wurde, ließ er nicht zu, dass der Frauenbereich für Männer freigegeben wurde. Heute sind in manchen Moscheen die Bereiche durch einen Sichtschutz getrennt, oft existieren sogar separate Räume, was in der Moschee des Propheten nicht der Fall war.

Heute treffen wir in den Moscheen einen weitgehend marginalisierten weiblichen Gemeindeteil an, was ein vollständig gegensätzliches Bild zu dem liefert, was der Prophet Muhammed eigentlich verwirklichen wollte. Zu den Ausnahmen, von denen in Deutschland gewiss mehrere bestehen, gehört die Moschee in Penzberg. In der Moscheeverwaltung wirken Frauen und Männer mit. Frauen nehmen regelmäßig am Freitags- und am Festgebet teil. In der Moschee kann jede Frau genauso wie jeder Mann das Wort ergreifen. Der Frauenbereich wird während des Freitags- oder Festgebets auch dann nicht den Männern überlassen, wenn der Männerbereich überfüllt ist.

Wenn der Männerraum voll ist, müssen die Männer für sich eine Lösung finden, aber nicht zu Lasten der Frauen. Die Teilnahme aller Familienmitglieder am Freitagsgebet wie auch an den Festgebeten ist enorm wichtig für die Bewahrung der islamischen Identität aller Muslime, besonders im Westen. Die Freitagspredigt ist das Sprachrohr der Muslime und ein wichtiges Mittel für die Vermittlung der Botschaft, auch an Nicht-Muslime. Daher sollte die Moschee jeden Tag, vor allem am Freitag und an Festtagen, für alle Menschen, die teilnehmen möchten – Männer, Frauen, Kinder, Muslime und Nicht-Muslime – zugänglich sein.

Frauen, Gottes Häuser (auch das MFI) warten weltweit auf euch morgen!

Gesegnetes Ramadan-Fest!

Imam Benjamin Idriz

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