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08. Mai 2012 | München

Münchner Appell gegen Rechtspopulismus

8. Mai 2012 | München

Die Süddeutsche Zeitung berichtet: In München waren in den vergangenen Monaten nicht nur Rechtsextreme verstärkt aktiv, sondern auch Rechtspopulisten. So hat die Partei ‚Die Freiheit‘, die das Zentrum für Islam in Europa (ZIEM) per Bürgerbegehren verhindern will, inzwischen fast jedes Wochenende einen Infostand in der Stadt.

Mehrere Organisationen und Verbände haben deshalb den ‚Münchner Appell gegen Rechtspopulismus und für ein demokratisches Miteinander‘ formuliert. ‚Rechtspopulisten in München setzen auf Veranstaltungsstörungen, auf das Versenden von Hassmails oder sie versuchen, gegen geplante religiöse Bauten – insbesondere von Muslimen – zu agitieren‘, heißt es dort. Die Unterzeichner, unter ihnen das Bündnis für Toleranz und mehrere Bildungseinrichtungen, fordern Verantwortung statt Gleichgültigkeit, insbesondere gegenüber islamfeindlichen Aktivitäten. Statt Glaubensfragen zu instrumentalisieren, solle über interkulturelle Konflikte offen diskutiert werden.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/V5d38l/614969/Appell-gegen-Rechtspopulisten.html

Mit einem „Münchner Appell gegen Rechtspopulismus und für ein demokratisches Miteinander!“ wenden sich das Münchner Bündnis für Toleranz und eine Reihe weiterer Organisationen im Vorfeld der Internationalen Tage des Gedenkens und der Versöhnung für die Opfer des Zweiten Weltkrieges gegen rechtspopulistische Strömungen in der Stadtgesellschaft, die sich momentan insbesondere gegen Musliminnen und Muslime richten.

Münchner Appell gegen Rechtspopulismus und für ein demokratisches Miteinander!

In München – ebenso wie in anderen bayerischen Kommunen – sind rechtspopulistische Gruppen aktiv.

Diese Gruppen verknüpfen die Glaubensfrage mit der Integrationspolitik und suggerieren eine Gefahr durch eine vermeintlich „fremde Kultur“. Beispiel: Zugewanderte = Islam = Islamismus = Bedrohung lautet ihre rassistische Gleichsetzung. Die Rechtspopulisten instrumentalisieren gesellschaftliche Fragen und soziale Problemstellungen, um etwa Menschen mit Migrationshintergrund und insbesondere Muslime als Verantwortliche für bestimmte Probleme zu kennzeichnen.

Es gibt religiösen Fundamentalismus, Verletzung von Menschenrechten und so genannte „Integrationsdefizite“. Doch können diese Konflikte nicht pauschal einzelnen gesellschaftlichen Gruppen angelastet werden, sondern müssen als gemeinsame Herausforderung aller Münchner Bürgerinnen und Bürger begriffen werden.

Wir wenden uns gegen das Austragen gesellschaftlicher Problemlagen auf dem Rücken von Minderheiten und setzen uns für die Suche nach gemeinsamen Lösungsansätzen mit den Menschen vor Ort ein.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Rassismus und Ausgrenzung über den Umweg von Kulturkampf-Parolen und der Instrumentalisierung von religiösen Fragen im kommunalpolitischen Alltag an Einfluss gewinnen.

Um Rechtspopulisten den Boden zu entziehen, erachten wir die folgenden Punkte als wichtige Handlungsansätze.

Verantwortung zeigen

Im Alltag muss deutlich gemacht werden, dass Gleichgültigkeit insbesondere gegenüber islamfeindlichen Aktivitäten das Einfallstor für die kommunale Verankerung von Rechtspopulisten ist. Daher gilt es, jeglichen rassistischen Agitationsversuchen eine Absage zu erteilen.

Wir begrüßen in diesem Zusammenhang die frühzeitige und deutliche Positionierung des Münchner Bündnisses für Toleranz, Demokratie und Rechtsstaat vom Sommer 2011. http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtpolitik/Buendnis-fuer-Toleranz.html

Keine Instrumentalisierung von Glaubensfragen

Die Anerkennung des Rechts auf freie Religionsausübung ist ein Grundrecht unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Zur Förderung eines respektvollen Miteinanders auf Augenhöhe gehört auch die gesellschaftliche Integration des Islam in Deutschland.

Deshalb ist jede Form politischer Instrumentalisierung von Glaubensfragen zu vermeiden. Gemeinsame soziale und kulturelle Alltagsinteressen in unserer pluralistischen Stadtgesellschaft sollten in den Vordergrund gestellt werden.

Interkulturelle Konflikte und „Angst-Themen“ offensiv diskutieren

Eine Einflussmöglichkeit erhält die extreme Rechte dort, wo sie politische Leerstellen besetzen kann. Integrationspolitische Fragen und Probleme müssen deshalb offen unter demokratischen Vorzeichen erörtert werden. Ziel ist es, zu Lösungen für ein respektvolles interkulturelles und interreligiöses Miteinander zu kommen.

Hierzu gehören auch kritische Fragen zu Moscheebauvorhaben, zum politischen Fundamentalismus und zu Problemen im Zusammenleben verschiedener „Kulturen“ (die keine homogenen Blöcke sind). Eine wirksame Auseinandersetzung mit rechtspopulistischer Instrumentalisierung interkultureller Konfliktthemen beinhaltet konstruktive Kritik an integrationspolitischen Fehlentwicklungen unter aktiver Einbeziehung der diskriminierten Gruppen.

Rechtspopulistischen Einschüchterungsversuchen entschlossen und gemeinsam entgegentreten

Rechtspopulisten in München setzen auf Veranstaltungsstörungen, auf das Versenden von Hassmails oder sie versuchen, gegen geplante religiöse Bauten – insbesondere von Muslim/-innen – zu agitieren.

Das ist ein klarer Angriff auf unsere demokratische Diskussionskultur. Der offene und konstruktive Dialog soll so unterbunden werden. Wir werden unsere demokratischen Diskussions- und Handlungsräume nicht einschränken lassen und appellieren an alle Betroffenen, sich bei den Unterzeichnern Hilfe und Unterstützung zu holen.

Unsere Solidarität gilt allen Betroffenen rechtsextremer Gewalt und rassistischer Diskriminierung!

Erstunterzeichner

  • Münchner Bündnis für Toleranz (Oberbürgermeister Christian Ude, Weihbischof Engelbert Siebler, Evangelische Stadtdekanin Barbara Kittelberger, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Dr. h. c. Charlotte Knobloch, Rektor der Ludwig-Maximilians-Universität Prof. Dr. Bernd Huber, DGB Kreisvorsitzende München Simone Burger, Vorsitzender des Kreisjugendrings München-Stadt Tom Rausch)
  • Chaverim, Freundeskreis zur Unterstützung des Liberalen Judentums e.V.
  • DGB Bildungswerk München
  • Evangelische Stadtakademie München
  • Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus in München (firm)
  • Freunde Abrahams e.V.
  • München ist bunt! e.V.
  • Münchner Volkshochschule (MVHS)
  • Netzwerk demokratische Bildung München
  • ZIE-M, Zentrum für Islam in Europa – München e.V.

München, 07.05.2012

Allgemein

Veranstaltungen

Podium zur Kommunalwahl

Das MFI – Münchner Forum für Islam e.V. lädt zu einem Podium ein, auf dem VertreterInnen der Parteien zu ihren Positionen zu Themen wie Migration, Integration, Moscheen, Schulen usw. befragt werden.

Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober 2019

Die einzige Moschee der Welt mit direktem Blick auf die Münchner Frauentürme können Sie am 3. Oktober ohne Termin besuchen. Es ist der Tag der Deutschen Einheit und damit auch der Tag der Offenen Moschee, der deutschlandweit begangen wird.

ausARTen

Eine musikalische Lesung – Die Reise zum Simurgh

In Begleitung meditativer Musik gelingt es dem Quartett von Erkenntnis & Klang mit ihrer Musik das Unaussprechliche jener Geschichten von Farid ud-din Attar aus seinem berühmten Epos „Mantiq ut-tair“ spürbar zu machen.

Kritisch Denken

Aufstehen gegen den Hass

Diese Woche starten die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“. Auch wir sind wieder dieses Jahr mit Veranstaltungen vertreten.

Beratung als Thema der Sura Asch-Schura

Wochenendseminar mit Dr. Kerim Edipoglu: Beratung als Thema der Sura Asch-Schura im Münchener Forum für Islam e.V., Hotterstr. 16, 80331 München am 11./12.02.2017

Integration

Veranstaltung: Angst ums Abendland

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus erklärt der Autor und Journalist Daniel Bax, warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor Islamfeinden fürchten sollten.

Interreligiöser Dialog

Osterfest-Wünsche

Für viele von uns stehen religiöse Höhepunkte des Jahres an. Sei es das kommende christliche Osterfest, das jüdische Pessachfest oder in wenigen Tagen der Monat Ramadan für die Muslime.

München

Podium zur Kommunalwahl

Das MFI – Münchner Forum für Islam e.V. lädt zu einem Podium ein, auf dem VertreterInnen der Parteien zu ihren Positionen zu Themen wie Migration, Integration, Moscheen, Schulen usw. befragt werden.

Gegen die Angst

Es gibt gute Gründe, Angst zu haben in diesen Tagen. Es ist menschlich, wenn sich ein Gefühl von Bedrohung und Unsicherheit einschleicht und breitmacht. Niemand braucht sich dafür zu schämen oder zu rechtfertigen.

Akademie

Islam-Unterricht für Kinder im MFI

Neuanmeldungen für das Schuljahr 2018/19 im MFI. Einschreibungstermin ist am 06. Oktober 2018. Es werden verschiedene Gruppen für den Religions- und Koranunterricht angeboten.

Imamausbildung in Deutschland

Wir müssen zwischen den beiden Titeln Imam und Vorbeter differenzieren. Ein Vorbeter ist derjenige, der, meist von der muslimischen Gemeinde ernannt, das Gebet lediglich leitet, was im Prinzip ein Jeder-kann-es-machen-Verständnis impliziert.

Islamische Akademie

Die Forderung nach einer Imamausbildung in Deutschland gehört zwar seit Jahren zu den zahlreichen bundesweiten Debatten, aber bislang wurde eine solch essentielle Aufgabe nicht wirklich aufgegriffen. Dass das MFI dabei einen Stein ins Rollen gebracht hat ist kein Geheimnis.

Islam und die Frau

Festgebet – Eid/Bayram-Namaz für Frauen

Allahs Gesandter Muhammed, sallallahu alaihi wa sallam, ermutigte die Frauen, in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen, und forderte sie auch dazu auf. So verlangte er, dass Frauen an allen Gemeinschaftsgebeten teilnahmen.

Theologie

Nacht der Bestimmung – Lailat-ul-Qadr

Gott hat im Koran eine einzige Nacht unter allen Nächten als „segenswert“ gesprochen und sie „besser als 1000 Monate“ bewertet. Diese Nacht heißt „Qadr“; die Nacht der „Bestimmung“ oder die Nacht des „Werts“.

Botschaft zum Ramadan 2019

Der Ramadan ist die Zeit der Selbstdisziplin und der Selbstfindung. Es folgt eine Zeit der inneren Ruhe, dem Versuch vom irdischen Leben Abstand zu gewinnen und sich nur dem einen und barmherzigen Schöpfer zu widmen.

Ein Prophet der für Frauenrechte kämpfte

Die Offenbarung des Korans hat die Männer gelehrt, die Mutter, Ehefrauen, Töchter, Schwestern und alle Frauen zu achten und zu respektieren. Den Eltern, damit auch der Mutter, räumt der Koran den höchsten Grad an Achtung nach Gott selbst ein.

Spenden

Cake Day 2018

Die berühmte „Charity Week“ von Islamicrelief kommt nach München! Dieses Jahr in Form eines „Cake Day‘s.“

Möglichkeit der Rückzahlung von Spenden

Die Verwirklichung unseres Bauvorhabens sehen wir keineswegs als gescheitert an, es bleibt ausdrücklich das Ziel des MFI, auch wenn sich das derzeit nach Dimension, Gestalt und Standort nicht näher bestimmen lässt.

Pressemitteilungen

Gegen die Angst

Es gibt gute Gründe, Angst zu haben in diesen Tagen. Es ist menschlich, wenn sich ein Gefühl von Bedrohung und Unsicherheit einschleicht und breitmacht. Niemand braucht sich dafür zu schämen oder zu rechtfertigen.

Terror in Halle

Wenn am höchsten jüdischen Feiertag ein Terrorist versucht, in eine Synagoge in Deutschland einzudringen, dann muss uns das alle noch viel mehr zusammenschweißen.

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